Forensik Camp
Wer freitagabends mit einer Tüte Chips vor den Fernseher sitzt und „Watzmann ermittelt“ schaut, fragt sich vielleicht, wie der echte Kriminaltechniker einen Mordfall aufklärt – und genau das haben wir im Forensik Camp herausgefunden.
Am Montag, dem 23. Februar 2026, trafen die Teilnehmer im SFZ Berchtesgaden ein. Darunter auch vier vom Kumax: Wanda Merchan-Drazkowska, Paul Holzhauer, Ferdinand Baumann und ich.
Mit dem Bericht der Spurensicherung, dem Obduktionsschein und verschiedenen Asservaten starteten wir ins Camp. Am nachgestellten Tatort galt es, mit Pinsel und Grafit Fingerabdrücke sichtbar zu machen, Proben (z. B. vom Kaffee) zu nehmen, DNA-Spuren sicherzustellen und vor allem Fotos zu machen. Fingerabdrücke haben wir in der KTU (KriminalTechnische Untersuchung) mit den Referenzen der Tatverdächtigen abgeglichen.
In der Chemie wollten wir beweisen, dass der Kaffee mit Zink vergiftet ist. Nach einer knappen Recherche und mehreren nicht geglückten Versuchen, z. B. mit rotem Blutlaugensalz, hieß der beweisfähige Nachweis Rinnmans Grün. Noch spektakulärer war aber der Blutnachweis mit Luminol. In einem abgedunkelten Raum erkennt man das Lumineszieren von Luminol, da die im Blut enthaltenen Eisenionen der Reaktion als Katalysator, also als „Beschleuniger“, dienen.
Blutspuren und Haare wurden in der Genetik unseren Verdächtigten bzw. dem Opfer zugewiesen, und in der IT haben wir Codes geknackt, Fotos auf ihr Originalaufnahmedatum zurückgeführt und USB-Sticks ausgewertet.
In der Gerichtsmedizin konnte jeder einzelne ein Schweineherz, eine Lunge, Niere und Leber sezieren. Hier wurde eine 3D-gedruckte Eiffelturmspitze in der rechten Herzkammer des Opfers gefunden.
All diese und noch viel mehr Ergebnisse und Analysen haben wir in unseren Besprechungen zusammengetragen, um dann Tafeln mit Motiven, Zusammenhängen und Polaroidfotos zu füllen. Zum Ende hin wurde die Struktur immer klarer. Am Mittwochnachmittag hieß es dann Endspurt. Nach einer Durchsuchung des Büros von Tatverdächtiger Nr. 3 hatte man die zweite Hälfte des Eiffelturms gefunden und sie als Täterin erklärt.
Die Woche über waren wir in einer Jugendherberge am Hintersee untergebracht. Nach dem ausgesprochen leckeren Abendessen spielten wir oft Werwolf, Tischkicker, Billard oder saßen mit Stockbrot ums Lagerfeuer.
Am Donnerstagmorgen, nach Laufen und Eisbaden um und in dem zugefrorenen Hintersee, brachte uns der Bus nach Ainring in ein Ausbildungsinstitut der Polizei. Einer der Lehrer aus dem Kriminalbereich, zeigte uns, wie die Profis Fingerabdrücke und andere Spuren sichern. Zu Demonstrationszwecken wurden verschiedene Asservate herumgereicht, und wir durften uns sogar ein kriminaltechnisches Labor ansehen. (Um DNA-Kontamination zu vermeiden, ist der Besuch von Fremden normalerweise untersagt.) Mittags wurden wir freundlich in die Kantine mitgenommen.
Am Freitag haben wir dann kleine Präsentationen vorbereitet, sodass wir unsere Arbeit nachmittags vor allem den Eltern, aber auch den anderen Gästen vorstellen konnten. Darunter war auch Frau Dr. Tannenberg, der ich an dieser Stelle für ihren Einsatz für unsere Teilnahme danken möchte!
Das Forensik Camp hat uns neben all den fachlichen Dingen, die wir gelernt haben, gezeigt, wie schnell man als Gruppe zusammenwachsen und gemeinsam etwas erreichen kann – und natürlich auch, dass die forensische Arbeit oft vielschichtiger, spannender und weniger eindeutig ist als im 45‑minütigen Krimi.
Magnus Baumann
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