Besuch der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Am 30.06.2026 besuchten die beiden neunten Klassen unserer Schule gemeinsam mit unseren 16 amerikanischen Austauschschülern und den Begleitlehrkräften die KZ-Gedenkstätte Mauthausen in Österreich.

Unsere Vermittlerin vor Ort, Frau Springer, führte uns mit großem Feingefühl durch die Anlage. Dabei lenkte sie unsere Blicke nicht nur auf die berüchtigte Todesstiege in den Granitsteinbruch und die nachgebauten Baracken, sondern eben auch auf das Areal daneben. Vor den Toren des Konzentrationslagers gab es in der NS-Zeit einen Swimmingpool und sogar einen Fußballplatz, auf dem die SS-Führerschaft mit ihrer Mannschaft Turniere bestritt. Diesen Gegensatz empfanden wir als besonders grausam und unmenschlich. Auch die weit ausschweifenden Felder, angrenzende Baumgruppen und nahegelegenen Bauernhöfe, die eigentlich Kennzeichen einer idyllischen Landschaft sind, verstärkten den Kontrast zu dem menschenverachtenden Ziel des Konzentrationslagers: Vernichtung durch Arbeit.

Dabei lenkte Frau Springer stets den Blick auf die bis zu 105.000 Opfer, aber eben auch auf die Menschen, die den Nationalsozialismus ermöglicht, geduldet und hingenommen hatten. Am Ende forderte sie uns auf, aktiv Stellung gegen Unrecht und Hass zu beziehen: eben nicht über diskriminierende Witze zu lachen, sondern zusammenzuhalten und stets unseren moralischen Kompass zu wahren, um für Menschlichkeit und Toleranz einzutreten.

Nach der Führung fand sie außergewöhnlich lobende Worte für unsere Gruppe: Sie hob besonders die ausgeprägte Empathie und die große Wissbegierde der Schülerinnen und Schüler hervor. Ihre Fragen gingen weit über das bloße historische Faktenwissen hinaus und zeigten echtes Mitgefühl und Reflexion. So hätte sie uns gern noch viel länger durch die Anlage geführt, am liebsten eine ganze Woche.

 

Loreen Lindberg

 

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