Mit der eigenen DNA experimentiert

Genau damit beschäftigten sich die beiden Biologiekurse der Q11 mit der Unterstützung von Frau Dr. Tannenberg. Einen ganzen Tag lang wurde mit der eigenen DNA experimentiert, um eben diese Frage zu klären. Speziell ging es darum, festzustellen ob man Bitterstoffe besonders intensiv oder eher in abgemilderter Form wahrnimmt.

In Wirklichkeit ging es aber darum das Testergebnis dann natürlich auch als Ausrede zu verwenden, wenn mal wieder der ungeliebte Rosenkohl auf der Speisekarte steht.

Um dies aber auch fundiert begründen zu können, mussten die Experimente erst einmal durchgeführt werden.

Dazu gingen wir von folgender Annahme aus: Eine Person die Bitterstoffe eher vermindert wahrnimmt, muss eine andere Ausprägung des zuständigen Gens besitzen als eine Person, die diese Geschmacksrichtung sehr intensiv erlebt.

Daraus wurde geschlussfolgert, dass man nun die DNA auf genau dieses Gen untersuchen musste.

Da für eine Untersuchung der Gene ein einfaches Mikroskop bei weitem nicht mehr ausreicht, bekamen wir Unterstützung von der TU aus München. Diese versorgte uns mit den nötigen Enzymen, sowie den High-Tech Geräten, die zur Verarbeitung des Erbguts gebraucht wurden.

Dann hieß es „Lasst die Experimente beginnen.“

Zu Beginn war allerdings noch eine kurze Schulung mit den Präzisionspipetten nötig. Nachdem die Basics dann einigermaßen vorhanden waren, ging es daran die DNA mit Hilfe eines Zahnstochers vom Mund in einen kleinen Behälter, sogenanntes „cap“, zu bekommen. Nachdem dies geschafft war, wurden noch „Primer“ und ein „PCR-Mix“ hinzugefügt. Und dann hieß es Vermehren! Um nämlich sicherzugehen, dass genug DNA für das weitere Vorgehen vorhanden war, musste das Erbgut erstmal exponentiell vermehrt werden. Dafür wurde die Mixtur von einem Gerät erhitzt. Dies führte dazu, dass die Wasserstoffbrücken zwischen den beiden DNA-Strängen aufbrachen, sich diese voneinander trennten und mit Hilfe des „Primers“ und der losen Basen wieder zu vollständigen Doppelsträngen zusammengefügt wurden. Nachdem dieser Vorgang dreißigmal wiederholt worden war, und wir ein paar Millionen Kopien unserer DNA erhalten hatten, wurde nun ein spezielles Enzym zugefügt, das diese Stränge in kleinere Fragmente zerlegte. Während der Inkubationszeit von 15 Minuten bereitete eine Gruppe ein spezielles Gel zu, das später dazu dienen würde die Proben auszuwerten.

Und dann war es auch schon soweit. Die Stunde der Wahrheit war gekommen. War unsere stundenlange Arbeit ertragreich oder hatte ein kleiner Fehler bei einem der zahlreichen Schritte dazu geführt, dass alles umsonst gewesen war? Als wir einen Blick auf das Gel wagten, staunten wir nicht schlecht. Tatsächlich konnten wir die unterschiedlichen Marker unsere Gene erkennen und damit auch endlich die alles entscheidende Frage klären, ob wir nun Schmecker oder Nicht-Schmecker waren.

Hannah Wimmer

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