Weihnachtskonzert unter dem Motto von F. X. Grubers Lied

Wie ein roter Faden zieht sich das vor genau 200 Jahren zum ersten Mal aufgeführte Weihnachtslied „Stille Nacht“ durch das diesjährige Weihnachtskonzert in der Großen Aula des Kumax: Der Untersufenchor und der Chor Kl. 8-12 singen jeweils eine mit Jazzharmonien versehene Version, gemeinsam musizieren sie die Urfassung für Sopran, Alt und Gitarre. Das Große Orchester lässt im fetzigen Weihnachtsmedley „Christmas Carnival“ auch „Stille Nacht“ anklingen.

Um dieses Lied herum entspinnt sich ein vielfältiges Programm. Gesangssolist Tim Lübbe, der Kammerchor und das Kleine Orchester unter der Leitung von Gunther Hinterdobler zeigen auf hohem Niveau mit einem Agnus Dei von Franz Xaver Gruber, dass dieser als ernst zu nehmender Komponist in der Nachfolge Haydns, Mozarts und Schuberts gilt. Beim Ave Maria MH382 von Michael Haydn erkennt man Einflüsse auf F. X. Gruber.

Der Unterstufenchor unter der Leitung von Christiane Wolf-Hinterdobler führt mit klar geführten Stimmen  in ungewohnte Klangwelten beim indianisch angehauchten Huron Carol und beim ironisch-witzigen Lied „Adventskalender im September“, um ganz beschwingt mit „O du fröhliche“ seinen Auftritt zu beenden.

„Adeste fideles“, „Hört der Engel“ und „Little Drummer Boy“ erklingen mit fester Tongebung durch die Bläsergruppe des Juniororchesters. Die Streichergruppe des Juniororchesters spielt filigran ein Menuett und einen Marsch von anonymer Hand sowie einen Deutschen Tanz von Haydn. Beide Gruppen wurden von Christof Freymadl einstudiert.

Der Gemischte Chor Kl. 8-12, dirigiert von Gunther Hinterdobler, lässt mit strahlkräftigen Stimmen Friedenslieder und „Alta trinita beata“ erklingen. Bei „Shepherds Run“ von Marcus Detterbeck werden die Hirten musikalisch mit vorantreibender Rhythmik nach Bethlehem gescheucht. Sonja Poormans „Gloria“ gibt dem Chor die Gelegenheit, alle Register seines Könnens zu ziehen.

Unter der Leitung von Christof Freymadl zaubert das Kammerorchester konzertante Barockpracht. Carl Grunwald überzeugt als Solist bei einem Torelli-Trompetenkonzert, Anna Beutlhauser und Rafael Hertel als Solisten beim langsamen Satz aus Bachs Doppelviolinkonzert.

Gesteigert wird die Klangherrlichkeit noch durch das Große Orchester in Händels Ouvertüre zur „Feuerwerksmusik“. In Ravels „Pavane“ hingegen arbeitet Orchesterleiter Christof Freymadl melancholische Stimmungen heraus.

Bei allem Streben nach Digitalisierung, um Weihnachten herum läuft nachwievor Vieles analog ab – mit diesem Gedanken aus der Begrüßung des Schulleiters Andreas Rohbogner im Kopf musizieren Mitwirkende und Publikum gemeinsam am Ende des Abends „Stille Nacht“ des in Hochburg geborenen Franz Xaver Gruber und erfreuen sich an der emotional unvergleichlichen Wirkung dieses berühmten Weihnachtslieds. Danach stehende Ovationen.

(Text: Gunther Hinterdobler, Photos: Karl Thalbauer)

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