Nachwuchs-Musiker auf großer Bühne

Beeindruckende Musikbühne am Kumax – Niveau und Vielfalt prägten das Konzert inder Aula


Burghausen.
Eineinhalb Stunden lang herrscht in der Großen Aula des Kumax eine ruhige, hochkonzentrierte Atmosphäre. Den Mitwirkenden der Musikbühne am Kumax gelingt bei der Darbietung musikalisch durchaus anspruchsvoller Werke, das Publikum in den Bann zu ziehen. Sehr gefällig absolvieren Greta Zieske und Leni Berreiter ihren jeweils ersten Musikbühnenauftritt mit kurzen Klavierstücken von Bach, Gurlitt und Hellbach.


Ansonsten sind Schülerinnen und Schüler der Mittel- und Oberstufe zu hören, die schon mehrjährige Auftrittserfahrung besitzen. So meistert Judith Schweizer am Flügel mit Klangraffinesse Schumanns Arabeske. Hochvirtuos stellt Seraphina Hinterdobler Debussys Klavieretüden-Persiflage Doctor Gradus ad Parnassum dar. Als Geigerin zeigt sie den heiter-verspielten Charakter von Haydns Violinkonzert auf.


Ebenfalls auf zwei Instrumenten überzeugt Annalisa Zellers, erst bei Haydn und Scrjabin am Klavier und dann beim selbst komponierten Duett „Winterruhe“ zusammen mit Daniel Henschel am Violoncello. Klangschöne und souveräne Darbietungen bieten die Querflötistin Hannah Beer mit Sätzen von Vivaldi und Stamitz und der Trompeter Jakob Schönlinner mit einem Satz von Neruda.

Annalisa Zellers und Daniel Henschel spielen das von Annalisa komponierte Duett „Winterruhe“


Die Geschwister Grunwald widmen sich gerne der zeitgenössischen Musik. Marlene an der Klarinette und Carl am Klavier bringen zwei Tanz-Präludien von Lutoslawski mit der gebotenen Leichtigkeit zu Gehör. Zusammen mit Lukas Straßer am Klavier zelebriert Carl an der Trompete die spektakuläre Klanggebung des Lamentos über den Orpheus-Mythos von Kirchner, beim flott musizierten 3. Satz aus dem Hummel-Trompetenkonzert lässt er das Laufwerk perlend sprudeln.


Dass das Adagio aus Mendelssohns Violinsonate von einem Reichtum an Kontrasten geprägt ist, arbeitet Teresa Burgmann bewusst heraus. Der große Spannungsbogen im 1. Satz aus Beethovens Frühlingssonate ist in der Interpretation des Geigers Rafael Hertel schön zu erleben. Mindestens so bekannt wie dieses Werk ist der Kanon von Pachelbel, mit dem die Blechbläsergruppe des Kumax unter der Leitung von Jakob Wurm mit beschwingter klangprächtiger Andacht einen Abend beendet, bei dem sich das aufmerksame Zuhören mehr als gelohnt hat.


Einige der Mitwirkenden bewerben sich u.a. mit diesem Vorspiel für den Prof.-Barbarino-Musikpreis des Kumax. Die Preise werden bei einem Konzert am 21. März überreicht werden.

Gunther Hinterdobler