Vorlesewettbewerb 2017

Das Lesen als Freizeitaktivität im Zeitalter der Digitalisierung hat gerade ab den höheren Jahrgangsstufen zunehmend unter der Konkurrenz diverser Online-Aktivitäten zu leiden.

Um dieser Tendenz entgegenzuwirken erhält der Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in der sechsten Jahrgangsstufe eine wichtige Bedeutung: Er zeigt Schülern und Lehrkräften, dass das Buch – gerade in seiner gedruckten Form – doch noch nicht so am Verschwinden ist, wie es uns Kulturpessimisten gerne glauben machen. In Deutschland stehen Bücher nach wie vor auf Platz zwei der aktuellen Weihnachtsgeschenke – Top Ten!

Am Kumax stellte der diesjährige Wettbewerb zur Ermittlung der Schulsiegerin (ja, heuer ein reiner „Frauenwettkampf“!) den Abschluss einer längeren Beschäftigung mit dem Lesen dar, welche vom Vortrag-Üben in den Klassen bis hin zum Vorlesen in der benachbarten Grundschule reichte. Entsprechend gut war auch das Niveau der Klassensiegerinnen und groß die Bandbreite der gewählten Texte, die von Klassikern (Kästners Fliegendes Klassenzimmer) über Krimis (Jay Asher, Tote Mädchen lügen nicht) bis hin zu ganz zeitgenössischen Themen reichte: Im Roman Ich bin einfach zu genial (Stuart David) der Schulsiegerin Magdalena Modler geht es um die Entwicklung einer App, die den Schülern das Aufpassen im Unterricht erleichtert – ein Programm, das sich sicher viele von Magdalenas Schulkameraden gerne wünschen würden! Aber nicht nur das interessante und witzige Thema, sondern auch Magdalenas professionelle Lesetechnik und ihr guter Umgang mit dem unbekannten Text führten zu einem einstimmigen Votum der Jury, dass diese Schülerin das Kumax im Kreisentscheid vertreten darf.

Susanne Mahr