Fledermäuse und Klimaschutz im Home-Office

Am Kumax macht der Umweltschutz trotz Corona nicht Pause – Bildungsprojekte laufen weiter

Burghausen. Im vergangenen Schuljahr hatte das Kumax im Rahmen des vom Landratsamt ausgetragenen Energiesparcups der Schulen erfolgreich abgeschnitten. Dieses positive Ergebnis nahm die Schulgemeinschaft als Ansporn, weitere Projekte im Sinne von Nachhaltigkeit und Umweltbildung anzugehen.

Als Unterschlupf für Fledermäuse sind die Kästen gedacht, welche die Schüler des Kumax mit zwei FÖJlern noch vor der Corona-Krise gebaut haben.

Foto: Kleiner

Spaziergänger an der Salzach haben vielleicht schon die Kästen bemerkt, die an der Sportanlagenbegrenzung der Schule und an Bäumen am Uferweg in einigen Metern Höhe angebracht wurden. Sie sind als Unterschlupf für heimische Fledermäuse gedacht. Valentin Baumgartner und Tobias Angerer, beides FÖJler vom städtischen Umweltamt, haben die Kästen in den Wintermonaten zusammen mit den Kindern der offenen Ganztagsschule gebaut und aufgehängt. Ergänzend hielt Fledermausexpertin Dr. Dorothea Friemel vom Landratsamt einen Vortrag, um den Kindern die Tiere näherzubringen und zu verdeutlichen, wie wichtig Artenvielfalt für ein ökologisches Gleichgewicht ist. Beim Basteln und Aufhängen der Kästen sammelten manche Schüler zum ersten Mal Erfahrungen mit Hammer, Bohrmaschine und Akkuschrauber. Ob die Kästen ihren Zweck erfüllen, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

Weiteren Umweltprojekten an der Schule wurde im März zunächst der Wind aus den Segeln genommen. Jede Krise bietet aber auch Chancen, ist man am Kumax überzeugt. Warum also nicht Klimaschutz im Home-Office? In den vergangenen sechs Wochen beschäftigten sich deswegen viele Jugendliche der Klassen 5 bis 10 im Rahmen des Ethik-Unterrichts mit der Internetseite weltfairsteher.de. Dabei handelt es sich um ein deutschlandweites Bildungsprojekt für nachhaltige Entwicklung. Von “plant for the planet” im eigenen Garten über ein nachhaltiges Frühstück bis hin zu kreativem Müllrecycling und fairen T-Shirts – mittlerweile wurden etwa 20 sogenannte Challenges allein oder zusammen mit der Familie gemeistert, Tendenz steigend.

“Auch wenn viele Menschen derzeit andere Sorgen haben, die Klimafrage wird uns vermutlich alle in den nächsten Jahrzehnten beschäftigen”, findet Lehrer Oliver Felber. Er hofft, dass die Schüler durch diese Projekte mitnehmen, dass jeder Einzelne eine gewisse Verantwortung trage und etwas für eine lebenswerte Zukunft beitragen könne. Die in diesem Schuljahr gegründete Gruppe “Kumax for future”, bestehend aus Schülerinnen und Schülern sowie einer Lehrkraft, soll jedenfalls fortbestehen, Krise hin oder her.

Quelle: Burghauser Anzeige vom 06.05.2020