Eine junge Steyler Missionarin erzählt…

Sr. Maria Müller kam als Referentin der KEB (Katholische Erwachsenenbildung) in unseren Landkreis, um von Leben und Einsatz der Steyler Missionarinnen in Frankfurt am Main zu erzählen. Bekannt wurden sie als „Pommes-Schwestern“, weil die Gemeinschaft seit einiger Zeit eine Pommesbude betreibt, um gute Gespräche und Gemeinschaft in der anonymen und hektischen Stadt zu stiften. Pastoral erreicht manche Menschen besser außerhalb von Kirchenräumen. Aufgrund unserer privaten Bekanntschaft wohnte Sr. Maria während ihres Aufenthalts bei mir und war erfreulicherweise sogleich bereit, in die Schule mitzukommen, um meine Religionsklassen zu besuchen. So sprachen wir jeweils passende Unterrichtseinheiten für die Klassen 5 – 10 ab und unsere Schülerinnen und Schüler erhielten konkrete Einblicke in das Wirken der Steyler Missionarinnen in der Bankenmetropole.

Neben der Pommesbude betreuen die Schwestern ein Nachtcafé für Frauen, die ansonsten auf der Straße schlafen müssten, sowie ein Kleidercafé, das mehr ist als eine gewöhnliche Kleiderkammer. Durch Aufmerksamkeit im zwischenmenschlichen Umgang versuchen die Missionarinnen Menschen, denen das Leben oft hart mitgespielt hat, ein Gefühl von Selbstwert und Würde zu vermitteln und geben ihnen Ansehen zurück. Gemeinschaft zu stiften und Menschen zu stärken, bedeutet, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten in den Projekten auch als aktiv Mitwirkende willkommen sind. Man könnte von einer niedrigschwelligen Pastoral sprechen, die gelebtes Evangelium konkret werden lässt. Viele unserer ReligionsschülerInnen waren erstaunt, dass Sr. Maria erst 32 Jahre alt ist, kein Ordenskleid trägt, sondern nur ein schlichtes Kreuz, und spürbare Zufriedenheit ausstrahlt. Gut möglich, dass sich manche/-r als Abiturient/-in daran erinnern wird und später einmal ein MaZ(MissionarIn auf Zeit)-Jahr bei den Steyler MissionarInnen machen möchte.

Silvia Kettl